Montag, 11. Juli 2016

Irgendwann hat jedes Buch ein Ende und wird geschlossen

Manchmal kommt alles so wie es kommen muss oder aber die Zeit ist reif, sich von gewissen Dingen zu trennen. So erging es mir in den letzten Tagen mit meinem facebook-Account und letzten Endes kam ich zu dem Entschluss, mich von der Plattform zu trennen.

Ich muss zugeben, den Gedanken schon länger gehabt zu haben, aber durchringen konnte ich mich dazu nie, sondern habe immer gedacht, es sei immer noch die beste Möglichkeit präsent zu sein, sich über Events zu informieren oder mit Leuten in Kontakt zu bleiben. Tatsächlich war es aber so, dass ich nach und nach immer mehr mit den Schattenseiten konfrontiert worden bin. Egal ob es total dämliche Beiträge von „Freunden“ waren, peinliche Diskussionen und Äußerungen in Gruppen oder einfach nur nervige Nachrichten und Kommentare: Ich hatte davon irgendwann die Nase voll. In einem geposteten Video hatte ich versucht, die Sachlage etwas zu erklären und bereits angekündigt, dass ich plane, den Account auf Eis zu legen und damit auch die damit verbundene Künstlerseite. Die Reaktionen darauf waren sehr unterschiedlich – von den Interpretationen mal ganz abgesehen. Viele haben ausschließlich meine Künstlerseite damit in Verbindung gebracht, dass negative Reaktionen normal seien, ich über Beleidigungen hinweg sehen sollte etc. Nur sehr wenige haben verstanden, dass ich tatsächlich die gesamte Plattform kritisiert hatte. 

Facebook ist für mich die reinste Seuche geworden. Ich habe den Eindruck, dass facebook für viele Menschen der Puffer ist, um innerhalb unserer Welt etwas „zum Besten“ zu geben. Egal was, Hauptsache irgendetwas sagen. Und weil wir ja in einem sozialdemokratischen Staat leben, möchte ich - also der User – von meinem freien Meinungsrecht gebrauch machen. Und wehe du – also der andere User – sagst etwas dagegen! Es ist meine Meinung und diese ist unantastbar. Und wenn ich dich scheiße finde, dann sage ich das auch! Ich finde sowieso alles scheiße, was mich nicht betrifft, also mache ich es nieder. Diskussionen sind dabei ganz großes Kino, denn „endlich ist hier mal was los“. Es wird schon Popcorn bereitgestellt – die passenden Smileys oder Memes gibt es dafür ja bereits – und dann ran an die Tasten, oder? Und hey, schau dir das mal an: Da postet ein Übergrößenmodel ein Bild von sich, dass sie sich dafür nicht schämt... Ich sehe zwar auch nicht viel besser aus als die, aber mich sieht ja niemand im dunklen Kämmerlein. Ich muss diese Person natürlich erstmal fett beleidigen – verstehst du „fett!“

Oder andere Sachen in Fotogruppen: „Hey! Ich bin ein verdammt geiler Fotograf, der nichts kann, aber ich sehe das nicht so, weil ich an einer Wahrnehmungsstörung leide und ich es schick finde, wenn ich Mädels in Badewannen stecke, Cornflakes und Milch dazugebe und repräsentative Bilder davon schieße. Gut sind auch solche Sachen: „Hallo, ich bin ein Model. Ich bin 16 und hab Bock auf Shootings. Wer hat Lust? Ich habe übrigens keine Erfahrung, aber ich will Bilder für umsonst.“

Schön waren auch immer Kommentare auf meiner Seite, wie in etwa: „Boah Elsi, du bist voll arrogant mit deinen blöden Kritiken ey. Du nimmst dich voll für richtig wichtig und hast keine anderen Probleme in deinem Leben, als über Unzuverlässigkeit und nervige Nachrichten zu reden ey. Und du bist voll dumm, weil du dich über jeden Mist hier aufregst, aber ich find das voll witzig und lach mir jedes Mal voll einen ab.“

So bzw. so ähnlich ging es die letzten Wochen ständig ab. Aber tatsächlich war es viel extremer, wenn ich mit meinem Privatprofil unterwegs war. Auf meiner Seite ging es oftmals erst dann ab, sobald ich in irgendeiner Form etwas kritisiert habe, was mich als Künstlerin nun einmal beschäftigt hat. Was ich nach wie vor nicht witzig finde, wenn etwas über konstruktive Kritik hinaus geht und es persönlich wird. Aber eben genau darauf steht der Abschaum nun einmal. Traurig, aber wahr.

Vor wenigen Tagen also habe ich meinen privaten Account deaktiviert, meine Seite allerdings besteht weiterhin. Ich habe es mir jetzt zum Ziel gemacht, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren und die Künstlerseite als Präsentationsmedium zu nutzen. Ich werde weiterhin Bilder hochladen, aber für Beiträge, Kritiken und ähnliches werde ich diesen Blog nutzen. Denn hier habe ich eine Kontrolle darüber, was in welcher Form geschrieben wird und ob es sichtbar sein soll oder nicht. Wer sich hierhin verirrt, hält sich an meine Regeln, wie in einer richtigen Demokratie eben.

Natürlich besteht ein Profil, um die Seite verwalten zu können, aber dieses ist für alle unzugänglich. Ich habe facebook als Community den Rücken gekehrt und nutze lediglich den einzigen Vorteil, nämlich mich selbst darstellen und Arbeiten präsentieren zu können. Meine Künstlerseite steht für einen Ausschnitt meines Lebens, der für alle öffentlich ist. Alles, was darüber hinausgeht, bleibt in weiter Ferne und wird es auch bleiben.

Dieser Artikel ist etwas länger geworden als die anderen, aber ich bin einfach kein Freund davon, mich so kurz wie möglich halten zu müssen. Ich hoffe, dieser Artikel war für euch interessant. Bitte denkt daran, bei der Umfrage oben rechts mitzumachen, damit ich mich auch auf die Leser einstellen und Themen anpassen kann. Für den Fall, dass euch etwas Bestimmtes interessieren sollte, steht mein Kontaktformular ganz unten für euch bereit.

Liebe Grüße und bis demnächst

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